Am Ende der Lehre machst du die Lehrabschlussprüfung (Qualifikationsverfahren), die insgesamt aus 4 Teilen besteht:
- Teilprüfung (7 Stunden, wird bereits am Ende des 2. Lehrjahres gemacht)
- IPA: Individuelle produktive Abschlussarbeit (40-80 Stunden)
- BK: Berufskenntnisse (4 Stunden)
- ABU: Allgemeinbildung (3 Stunden)

Abschlussarbeit (IPA)
Die IPAIn der Schweizer Berufslehre steht IPA für die Individue... Weiterlesen (Individuelle praktische Abschlussarbeit) ist die praktische Lehrabschlussprüfung im Lehrbetrieb und vergleichbar mit einer Diplomarbeit. Die Arbeit hat für den Lehrbetrieb einen praktischen Nutzen, d.h. man macht im Gegensatz zur Teilprüfung eine produktive Arbeit.
Die IPA muss zwischen 40 und 80 Stunden dauern. Der Fachvorgesetzte im Lehrbetrieb erstellt die Aufgabenstellung und benotet die Arbeit.
Mögliche Aufgabenthemen für eine IPA
Steuerungstechnik + SPS-Programmierung
- Entwicklung und Programmierung einer SPS-SteuerungSPS bedeutet Speicherprogrammierbare Steuerung. Das ist ein ... Weiterlesen für eine spezifische Funktion (z.B. eine Förderanlage, eine Verpackungsmaschine)
- Visualisierung einer Anlage mit SCADA/HMI-Software
- Integration von BussystemenEin Bussystem ist wie eine gemeinsame Datenstrasse, über di... Weiterlesen (z.B. ProfinetEin Bussystem ist wie eine gemeinsame Datenstrasse, über di... Weiterlesen, EtherCATEin Bussystem ist wie eine gemeinsame Datenstrasse, über di... Weiterlesen) in bestehende Anlagen
Maschinenbau + Robotik
- Aufbau und Inbetriebnahme eines kleinen Roboterarms oder einer automatisierten Montagestation
- Integration von Sensoren (z.B. Lichtschranken, Näherungssensoren) und Aktoren (Motoren, Pneumatikzylinder)
Instandhaltung + Fehlersuche
- Analyse und Behebung von Störungen in einer bestehenden Produktionsanlage
- Erstellung eines Wartungs- und Diagnosekonzepts für eine Maschine
Elektrik + PneumatikEin System, das Druckluft (Luft unter Druck) benutzt, um Din... Weiterlesen
- Konstruktion und Aufbau eines SchaltschrankesEin Schaltschrank (Elektroschrank) ist ein Kasten voller Kab... Weiterlesen inklusive Verdrahtung
- AutomatisierungWenn Maschinen oder Computer Aufgaben selbst erledigen, ohne... Weiterlesen eines pneumatischen Prüfstands
Zwei Prüfungsexperten schauen am Schluss die Benotung des Fachvorgesetzten an und stellen die Qualität der Beurteilung sicher.
Am Schluss präsentiert der Prüfungskandidat seine Arbeit den zwei Prüfungsexperten und stellt sich deren Fragen in einem Fachgespräch. Die Experten benoten die Präsentation.
Notenzusammensetzung für die IPA
Die Note setzt sich aus 4 Teilnoten zusammen:
- Ausführung und Resultat der Arbeit (zählt 60%)
- Dokumentation (zählt 10%)
- Präsentation (zählt 10%)
- Fachgespräch (zählt 20%)
Berufskenntnisse (BK)
Die Prüfung dauert 4 Stunden und beinhaltet folgende Teile:
- Aus einer Aufgabenstellung einen Lösungsvorschlag erarbeiten
- Lösung dokumentieren
- Vorgehen auswerten
Die BK-Note setzt sich dann aus folgenden Teilen zusammen:
- Lösungsvorschlag (zählt 50%)
- Dokumentation (zählt 30%)
- Auswertung (zählt 20%)
Allgemeinbildung (ABU)
Bereits im 7. Semester macht man die VA (Vertiefungsarbeit). Dabei muss man in einer Kleingruppe einen Bericht über ein Thema schreiben. Die möglichen Themen sind sehr vielfältig, meistens wird ein Hauptthema vorgegeben (z.B. Energie, Kultur etc.).
Am Schluss des 8. Semesters macht man noch eine 3-stündige ABU-Prüfung. Dabei wird der Lernstoff aus 4 Jahren allgemeinbildendem Unterricht abgefragt.
Mögliche Aufgaben an der ABU-Prüfung:
- Fragen zu Recht und Gesellschaft (z.B. Erbrecht, Familienrecht etc.)
- Bildbeschreibung
- Textverständnis (Fragen zu einem vorher gelesenen Text beantworten)
- Geschäftsbrief schreiben
Die ABU-Note setzt sich dann aus folgenden Teilen zusammen (je 1/3 Gewichtung):
- Erfahrungsnote der beiden Fächer ‚Gesellschaft‘ und ‚Sprache und Kommunikation‘ aus dem Schulzeugnis
- VA
- Prüfung
BM-Schüler/innen machen keine ABU-Prüfung, da sie die keinen ABU-Unterricht haben.
Zusammensetzung der Lehrabschlussnote
| Prüfung | Prüfungsteil | Gewichtung |
Bemerkung |
| Teilprüfung | Erstellen und Inbetriebnehmen von automatisierten Anlagen | 20% | Fallnote |
| Instandhalten von automatisierten Anlagen | |||
| IPA | Resultat | 30% | Fallnote |
| Dokumentation | |||
| Präsentation | |||
| Fachgespräch | |||
| Berufskenntnisse | Resultat | 15% | Fallnote |
| Dokumentation | |||
| Auswertung | |||
| Allgemeinbildung | Vertiefungsarbeit, Prüfung | 20% | – |
| Erfahrungsnote | Erfahrungsnote Schule | 15% | – |
| Erfahrungsnote ÜK |
Wenn du die Lehrabschlussprüfung bestanden hast, erhältst du das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis und bist dann Automatiker EFZ oder Automatikerin EFZ.

Bild: BZI Interlaken